Geldautomaten bleiben in der Region - vorerst

Bezahlen mit Handy ab Mitte 2018 - einfacher ohne Bargeld

Während der Südfinder mit VR-Bank-Chef Arnold Miller spricht, wird seiner Tante der Geldbeutel geklaut. Miller ist - nicht nur deshalb - ein Verfechter des bargeldlosen Zahlens. Sowohl er als auch die Kreissparkasse sagen in den kommenden Jahren einen Abbau von Geldautomaten in der Region und den Siegeszug des „Mobile-Payments“ voraus.

VON STEFANIE REBHAN

REGION - Derzeit betreibt die Kreissparkasse Ravensburg (KSK) 76 Geldautomaten in der Region, bei der VR-Bank Ravensburg-Weingarten sind es 24. Die nächste Zeit stehen die Automaten sicher, ein Abbau ist nicht geplant. In den kommenden Jahren wird sich der ein oder andere Automat aufgrund der veränderten Zahlungsmodalitäten finanziell jedoch nicht mehr lohnen. Rund 20 000 Euro Unterhalt kostet er im Jahr.

Michael Gresens, Sprecher der Kreissparkasse Ravensburg, sagt: „Es ist wichtig, sein Bargeld in wohnortnähe beziehen zu können. Die Entwicklungen gehen aber zu bargeldlosem Zahlen hin.“ Waren bis zu 25 Euro können mit der Sparkassen-Karte bereits kontaktlos bezahlt werden. Allein im Januar und Februar 2018 zählte die KSK rund 10 000 Kontaktloszahlungen. Diese Zahl steigt stetig, so Gresens.

Mitte des Jahres will die KSK eine App einführen, mit der der Kunde per Smartphone bezahlen kann. Bei einem Betrag von mehr als 25 Euro, muss eine PIN eingegeben werden. „Sicher, einfach und bequem. Alles, was diese Voraussetzungen erfüllt, ist auf dem Markt erfolgreich.“

Bargeldlosigkeit sei für alle Beteiligten einfacher und spare auf allen Ebenen Kosten. Dennoch wird in Deutschland auch heute noch 50 Prozent aller Zahlungen in bar vorgenommen. Denn, sagt Gresens, die Deutschen hängen am Bargeld.

„Die Treue der Deutschen zum Bargeld ist nicht zu glauben“, sagt auch Arnold Miller, Vorstand der VR-Bank. Amerika und die skandinavischen Länder nutzten kaum noch Bargeld. Während Miller die Vorteile der modernen Zahlungsmodalitäten erläutert, erreicht ihn eine Nachricht seiner Tante. Gerade wurde ihr der Geldbeutel mit 400 Euro darin gestohlen. „Das bargeldlose Zahlen ist viel sicherer. Eine gestohlene Karte kann sofort gesperrt werden“, sagt Arnold Miller.

Erstaunt ist er auch über den Einzelhandel. „Viele wissen gar nicht, dass der Kunde an den meisten Kassenterminals bis zu 25 Euro kontaktlos bezahlen kann. Das muss man denen erst sagen“. Mit einer App über das Smartphone bezahlen zu können, ist auch bei der VR-Bank ein großes Thema. Der Pilotversuch läuft aktuell.